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Osterausflüge

Ostern war wunderschönes Wetter. Sommer! Außer den Grill zu benutzen war ich natürlich mit dem Foto unterwegs. Schon länger wollte ich die Blüte der Obstbäume fotographieren. Das sollte hier in der Obstanbauregion nicht so schwierig sein, dachte ich und so war ich Karfreitag unterwegs über das "süße Gründchen" nach Königstein, wo ich versuchte, einen fotographisch schönen Blick auf die Burg zu erhaschen, aber keinen Punkt fand, der mir gefiel. Also ging es weiter zu den Apfelpantagen nach Altenhain, Tatsächlich konnte ich wunderschön in das Altenhainer Tal und über Frankfurt hinweg bis zum Odenwald (silva odini) schauen. Auch ohne Foto sehr lohnenswert.



An Vorkommnissen gab es eine Ampel, die nicht umschalten wollte und die ich dann irgendwann bei rot queren mußte. Gefährlich, wie der Verkehr nur auf Autos ausgelegt ist und leichte Fahrzeuge wie mein Roller, die sowieso schon eher bedroht sind, auch noch von der Verkehrsplanung benachteiligt werden.
Ein weiteres Vorkommnis war eine Autofahrerin, die scheinbar eine Geste von mir missverstanden hatte und mich daraufhin anfauchte. Mit dem Selbstbewußtsein der Frau von heute scheint es nicht weit her zu sein, oder sie fühlen sich interessanter als sie sind. Egal wie: Aggressives Verhalten ist unangebracht. Wahrscheinlich hat es die gute Dame auch nicht sonderlich befriedigt, weil ich sie einfach stehen ließ und nicht weiter beachtet habe


.

Samstags bin ich dann noch schnell nach Kronberg zum Schloß der Kaiserin Friedrich gefahren. Überraschend schön war die Strecke am Rand Kronbergs entlang durch die Obstbäume und durch Wiesen, sogar eine Kneipe mit Miltenberger Faust-Bier hat es! an endet mitten in der Altstadt am Rathaus. Eigentlich wollte ich unter der Burg entlang und ein paar Fotos der Burg schießen und dann westlich entlang des zum Schloß gehörenden Parks nach oben, um den Park dann zu umrunden, da ich in Erinnerung hatte, das Gelände sei nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Ist es aber doch. Das bemerkte ich, weil ich dem Kopfsteinpflaster einer Altstadtstraße ausweichen wollte und plötzlich am südlichen Parkrand war, von wo aus ich entweder kehren mußte, oder den Park westlich umrunden. Ob links- oder rechtsherum, das spielt kaum eine Rolle, dachte ich, und wählte den Weg westlich des Parks und plötzlich stand ich an der Einfahrt zum Schloß. Das Tor war offen. Ein paar japanische Touristen im Park. Ich also rein und bis vor's Schloß. Gigantisch! Kaum angehalten kam schon eine Frau angetrabt, älteres Semester, aufgebretzelt wie es die Generation 70+ derzeit wohl ist, wenn sie meint, repräsentieren zu müssen und meinte, ich könne da nicht stehen bleiben. Ich dachte, mein Rollerchen könnte den empfindlichen Geschmack der Dame vielleicht stören, da er zwischen den Nobelkarossen vielleicht etwas unangebracht wirken würde. Da tat ich der Dame unrecht. Ich hatte übersehen, daß meine "Parkbucht" eigentlich die Zufahrt zu einem anderen Parkplatz verdeckt, so daß ich tatsächlich im Weg stand. Kein Problem natürlich — die Dame ließ ich natürlich mit ihrem Mercedes Nobelschlitten durch und schoß eine ganze Reihe Fotos des Schloßes. Genauso interessant ist der dazugehörige Park. Den werde ich dann mir passenden Objektiven noch einmal beehren.

Am Ostersonntag entschied ich mich zu einer Rollertour nach Eppstein, weil ich etwas von einem Bergpark gelesen hatte, den es dort gäbe. Außerdem ist das Städtchen sicher auch so sehr malerisch - und es versprach Schatten!

Nachdem ich durch den Ort gekurvt bin und einige Fotos geschossen habe, ging es hoch zur Villa Anna, zunächst fuhr ich allerdings an ihr vorbei hoch auf den Gipfel des Judenkopf, von dem aus sich eine wunderschöne Aussicht über die Taunus-Landschaft bot.

Anschließend ging es zur Villa Anna und dem Neufvilleturm im Bergpark. Der Bergpark ist sehr schön, doch zugewachsen, die Bewirtung am Turm gab es nicht, trotz anderslautender Information im Internet, wonach die Wirtschaft an Feiertagen geöffnet sei. Das kürzte meinen Besuch dann ein wenig ab und ich machte mich auf den Heimweg.

Kurz vor erreichen der Wohnung passierte noch ein weiteres Ereignis, welches wieder illustrierte, welch wundersames Wesen doch der Mensch ist. Auf Höhe des Schaar-Hofes sprang mir ein älterer Mann vor den Roller und zwang mich dadurch und mit herrischer Geste anzuhalten. Verwundert und ein bißchen erschrocken über diese Dreistigkeit hielt ich an und schon legte er los. Daß dort Fahrverbot sei und man nur 20 fahren dürfe (daß sich das gegenseitig ausschließt - mit Logik muß man manchen Menschen nicht kommen) und ganz drohend dann, daß er mich aufschreiben würde, wenn das nochmal geschähe. Die Erwiderung habe ich mir geschenkt, auch wenn es nicht leicht war (sein Benehmen war Nötigung und auch sonst: wenn er mich verzeigen würde wüßte ich Namen und Anschrift. Und er könnte niemals mehr sicher sein, ob nicht ein paar Freunde ein intensives Gespräch mit ihm führen würden oder ihm sonstige Ungemach geschehen könne - da hätte meine Fantasie einiges auf Lager. Während mir maximal eine Busse von 10-15 € für eine Ordnungswidrigeit drohten, falls die Behörden seiner Auslegung der zugegeben nicht ganz eindeutigen Regel an diesem Ort folgen würden).
Mal ganz abgesehen von der Sinnlosigkeit, jemanden wegen einer solchen Lappalie zu bedrohen: es dünkt mich befremdlich, wie ein Mensch psychisch derangiert sein muß, um jemanden so offen und deutlich zu provozieren. Die meisten hätten dem Mann entweder heftige Widerworte gegeben oder die Bedrohung gleich handgreiflich erwidert. Stoff für meine Fantasie jedenfalls: sowohl die Geschichte dieses Widerlings als auch einige Varianten meiner Rache könnten unterhaltsam sein. Mal schauen, wie das Wetter wird und ob ich sie aufschreibe ...




("richtige" Fotos folgen - die Bilder hier sind alle mit dem Natel gemacht)

Tags: fotographie, gedanken, meinung, memories, story, thomas chaos, thomas mental chaos
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