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Weltfrauentag

 

Wie jedes Jahr rege ich mich auch dieses Jahr wieder darüber auf, was für ein Unsinn an diesem Tag geplappert wird. So stellt sich eine Bundesfamilienministerin vor eine Kamera und spricht öffentlich von einem "Pay Gap" von 21%. Die Zahl geistert immer wieder durch den Raum. Als ich die das erste Mal hörte dachte ich "Skandal! Das ist Diskriminierung" und dann weiter "und das geben die offen zu" und dann aber "irgendwas stimmt da doch nicht" und somit  forschte ich etwas genauer nach. Denn es wäre ja tatsächlich diskriminierend, wenn alleine schon in Tarifverträgen eine unterschiedliche Einstufung für Männer und Frauen geschehen würde. Das legt diese Formulierung ja nahe: "Frauen verdienen im gleichen Job bei gleicher Qualifikation 21% weniger". Würde man doch denken, oder?  tatsächlich gibt es eine solche Unterscheidung aber nicht. Ich kenne auch keinen Tarifvertrag, der eine Unterscheidung nach Geschlecht macht. Genannt werden üblicherweise die Kriterien Lebens- und Dienstalter sowie Qualifikation. Tatsächlich wird der größte Teil des Unterschieds dadurch bereits erklärt (Lebens- und Dienstalter - Frauen haben häufig weniger Dienstjahre, bspw. durch Erziehungszeit). Forscht man noch etwas weiter kommt man darauf, daß es einen nicht erklärbaren Restunterschied in der Bezahlung von ca. 4% gibt - das liegt innerhalb der statistischen Abweichung. 

Die Behauptung, Frauen würden in der Bezahlung diskriminiert ist also schlicht und ergreifend falsch. 

Tatsächlich fand ein Unternehmen wie Google bei einer Überprüfung seiner Saläre sogar heraus, daß Frauen im Vergleich zu Männern mehr verdienen.

Heißt das, Gleichstellung ist gelungen? Nein! Das tut es natürlich nicht. Das bedeutet nur, daß Politiker und Aktivisten mit falschen Daten operieren und dadurch natürlich zu falschen Schlüssen kommen und blödsinnige Forderungen stellen. Daß sich eine Bundesministerin hinstellt und diese Zahl nachplappert  ist nicht förderlich und man fragt sich, was die in ihrem Amt zu suchen hat, wenn sie nicht einmal das Problem sachlich korrekt benennen kann.

Generell sollte man sowieso zwischen Forderungen an die Politik und Forderungen an die Tarifparteien unterscheiden. 

Eine Frage, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit führen könnte, könnte sein: warum bedeutet ein Bruch im Lebenslauf durch Erziehungszeit nahezu zwangsläufig einen Karriereeinbruch? Warum wird die Erziehungszeit hauptsächlich von Frauen genommen? etcetc. zum Karrierehindernis "Kinder". Wenn es um "soziales Engagement" geht werden sich weitere Fragen und sinnvolle Anregungen finden, an welchen Stellen man ansetzen kann, um unsere Gesellschaft gerechter zu machen. Übrigens nicht nur für Frauen. 

Meine Leitlinie für mehr Geschlechtergerechtigkeit wäre, daß es seitens der Gesellschaft nach Möglichkeit keine diskriminierenden Hemmnisse für Lebensentscheidungen geben sollte.

Und da gäbe es wirklich viel zu tun und man kann sicher kontrovers darüber streiten, wo man Prioritäten setzt und wie man eine gerechtere Gesellschaft ausgestalten will. Aber das kann unmöglich gelingen, wenn man Fakten ignoriert.

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