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Die Krise der westlichen Welt - Motivation

ideo peccamus quoniam de partibus vitae liberamus omnes. de toto vero deliberat nemo .
(Seneca) 

Nachdem sich der Fachkräftemangel im IT-Sektor als urban legend herausgestellt hat, genauer: der Arbeitsmarkt definiert Fachkräfte so, daß er Mangel spüren muß und beliebig billige Arbeitskräfte importieren kann statt selbst auszubilden, beschloß ich, meine Fähigkeiten sinnvoller als mit Bewerbungen zu nutzen. Für erfolgreiches Selbst-Marketing fehlt mir die nötige Skrupellosigkeit. Man muß schon ein sehr stark auf seine Stärken, die zudem noch wie durch ein Mikroskop maximal vergrößert erscheinen, reduziertes Bild von sich selbst haben, um bei solchen Vorstellungsgesprächen überzeugend zu wirken. Andererseits soll man bescheiden sein (vor allem bei seinen Gehaltsvorstellungen) und sich in ein Unternehmen einfügen (sprich, die verbal nicht existierende Hierarchie strengstens beachten). Der dazu notwendige Untertanengeist, den bereits Heinrich Mann wunderbar persifliert hat, fehlt mir. Ich bringe es auch nicht fertig, den dauerhaft zu spielen. Dennoch brachte mich diese Beobachtung auf den Gedanken, meinen Hang zu philosophischen Betrachtungen zu nutzen.

Das oben stehende Motto ist nicht zufällig gewählt. Mir ist aufgefallen, daß unsere moderne westliche Wissenschaft einige Tendenzen hat, die meiner Meinung nach, dem Zweck der Wissenschaft nicht förderlich sind. Unsere Art Wissenschaft entstand, um die Welt besser zu erklären und von Mythen zu befreien. Platt gesagt: Wenn in der Antike eine Ernte schlecht war opferte man ein Jungfrau in der Hoffnung auf bessere Ernte. Man wollte gerne Einfluß auf sein Schicksal nehmen und es nicht einfach so akzeptieren. Dummerweise sind Jungfrauen ein endliches Gut und auch die Wahrscheinlichkeit, daß durch die Opferung die Ernte besser wird, wird nicht meßbar erhöht. Durch Beobachtung und Erfahrung (den Zeitfaktor) konnte man deutlich mehr erreichen.
(-> die Entstehung der Wissenschaften, -> die Entstehung menschlicher Gesellschaft)
Im Laufe der Zeit entstand daraus das komplexes System, das in der heutigen Ausprägung durch den Zerfall der sowjet-sozialistischen Staaten nach 1989 entstand. (-> historische Entwicklung der Gesellschaft, -> Entwicklung nach der industriellen Revolution, -> Marx, Hegel, Popper ...)
Die aktuelle Gesellschaft ist durch die Dominanz der Wirtschaft geprägt (-> wie kann Wirtschaft eine eigenständige Entität werden? -> Societé anonym, AGs als Institutionen, die zwar von Menschen betrieben werden, aber nach betriebswirtschaftlichen Axiomen ablaufen, hierzu noch: ->  Paradox der demokratischen Gesellschaft, die durch nicht-demokratische Entitäten bestimmt wird.)
In diesem System wird die gesellschaftliche Gestaltung durch wirtschaftliche Notwendigkeiten bestimmt. Zuvor gab es als weitere Prinzipien den Schutz der eigenen Gesellschaft und aus der Erfahrung des 3.Reiches und 2.Weltkriegs gewonnene gesellschaftliche Einsichten (-> verblassen derselben. Warum spielt der Holocaust und das Schlachten der Weltkriege keine Rolle mehr im politischen Handeln? -> Rohstoffe, -> Kriege für die Reichen).
Das kapitalistische System ist auf Wachstum ausgerichtet. Auf einem begrenzten Planeten mit endlichen Kapazitäten ist diese Ansicht nicht haltbar (-> belegen), so daß der westliche Reichtum auf Ausbeutung beruht. Anders ist Wachstum nicht generierbar. Diese Ausbeutung kann durch Kolonialisierung oder durch Abbau von Rohstoffen entstehen. Im Prinzip ist das Diebstahl oder Betrug (-> der Reichtum der westlichen Welt ist durch Diebstahl entstanden und wird durch Kriege/Mord geschützt). Die Migration, aber auch die Kriege der letzten Jahre sind im Wesentlichen durch die westliche Welt verursacht, die sie führt, um die wenigen verbleibenden Ressourcen für sich zu sichern und andererseits der neuen Völkerwanderung von den armen Regionen in die reichen Regionen zu unterbinden. Dabei verrät die westliche Welt die Menschenrechte und schreckt vor Massenmorden nicht zurück (-> Festung Europa, Festung USA: Der Krieg gegen oder der Mord an Migranten). Das will natürlich eine Mehrheit der Menschen, auch in den reichen Ländern nicht. Das bedeutet aber, daß die Demokratie versagt und wir faktisch in einer Diktatur des Kapitals leben. Dagegen stehen nun Fakten, die nicht einmal die Banken und Betriebswirte ignorieren können: die anstehende Klimakatastrophe und das unweigerliche Ende des Erdölzeitalters (genauer des durch fossile Energien angetriebenen). Beides bedroht die Existenz der Spezies Mensch und zwingt die Kapitalisten zu Aktionen (-> warum die USA die Welt vor die Hunde gehen lassen).

Diese, wirklich ganz grobe Übersicht über den aktuellen Stand der Welt versuche ich in der näheren Zukunft darzustellen und zu begründen.
Alleine dieser grobe Überblick sollte schon deutlich werden lassen, daß radikale Veränderungen notwendig sein werden, um die aktuellen Probleme zu lösen. Wie das auf friedlichem Weg geschehen könnte soll dann ein Gedankenexperiment zeigen, welches auf Montesquieu zurückgeht und in dem wir uns die Welt von außen, quasi aus der Perspektive eines Außerirdischen betrachten. 

In einem ersten Schritt werde ich dieses Programm ausarbeiten und verfeinern und hoffe, dann regelmäßig dazu posten zu können.
Natürlich ist es auch ein Experiment. Da mir ein kritischer Dialog fehlt bin ich auf den Gedanken gekommen, es hier im Internet zu veröffentlichen und hier die Arbeit zu diskutieren und dadurch hoffentlich fortlaufend zu verbessern. Dadurch kann ich natürlich wenig glänzen, da alle Schwächen der Arbeit und alle Fehler offen liegen. Andererseits bietet es die Chance, tatsächlich einen Diskurs zu führen und zu den notwendigen Gesellschaftlichen Veränderungen konstruktiv beizutragen. 


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