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Quote als Selbstzweck

Ein Problem der heutigen Zeit ist die Quote im Hirn. Manchmal vielleicht der Intelligenzquotient, manchmal die kritiklose Übertragung von Kenngrössen in Bereiche, in denen sie nichts zu suchen hat. Ganz besonders beliebt ist heutzutage die oft sinnvolle Grösse des Frauenanteils — schon das Wort beinhaltet eine Wertung. Eigentlich müsste man fairerweise von so etwas wie Geschlechterverteilung sprechen, doch darum geht es hier nicht.
Sicher mag es interessant und auffallend sein, dass sich in einem Kanon von 100 Werken  nur 7 Frauen finden, doch: ist das diskriminierend? Deutungshoheit der Männer wird als Ursache genannt. Das setzt voraus, dass Männer männliche Autoren bevorzugen — diese Annahme muss man in gegenderten Zeiten nicht mehr begründen, scheint es. Ein systematischer Ausschluss von Frauen wird angenommen. Man vergleicht das mit dem Oxford Dictionary of National Biography und stellt fest, dass auch dort Frauen unterrepresentiert seien. Das es ein logischer Fehlschluss ist, von einigen (in diesem Fall von einem) auf eine Regel und gar einen systematisches (also bewusstes und gewolltes) Vorgehen zu schliessen ist evident.
Diese logischen Fehler sind typisch für Gender-"Forschung", die in der Fragestellung schon oft das Ergebnis vorwegnimmt. Seriöse Wissenschaft wird hier durch Meinung ersetzt. Man hat halt das Gefühl, irgendwie sollten Frauen gemäss ihrem Anteil an der Menschheit in beliebigen Statistiken repräsentiert sein. Ist das nicht so, dann ist sicher das Patriachat schuld. Durch eine solche Vorgehensweise wird aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den oft berechtigten und interessanten Fragen behindert. Die Antworten sind wahrscheinlich halt nicht so einfach, wie sich die Gender-"Forschung" das zurechtinterpretiert.

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