lautenist

Chemnitz

Eigentlich wollte ich mir für eine Weile die Politik verkneifen, aber die Ereignisse lassen mir dann doch keine Ruhe.

Tatsächlich finde ich es am widerlichsten an allem, was da in Chemnitz abgelaufen ist, dass die Nazis einen Mord (dann auch noch an jemandem, den sie selbst verfolgt haben, also einem "Menschen mit Migrationshintergrund") instrumentalisieren.
Ich habe spontan an die Ermordung Von Raths 1938 denken müssen, die als Vorwand für die Novemberpogrome dienten. Oder den Reichtagsbrand 1933, der Vorwand für das Ermächtigungsgesetz lieferte.

Weiterhin unerträglich ist dieser so leicht anzusprechende Rassismus, der mühelos die völkische Gemeinschaft der Deutschen (also ethnisch reine Deutsche - "Arier" im Gegensatz zu "Ausländern", egal, ob sie deutschen Pass haben oder nicht) beschworen werden kann.

Dass ein Ministerpräsi es nicht fertig bringt, eine rechtsstaatliche Position zu formulieren, die in Einklang mit dem Grundgesetz steht dürfte kontraproduktiv sein: Dass den niemand mehr wählt hat er verdient. Dass die Leute stattdessen Nazis wählen bringt mich auf die Rolle der Medien: Was der Boulevard (BILD, Focus etc,) abziehen hat mit Berichterstattung nichts zu tun. Das ist eine Kampagne - und zwar nicht gegen eine diffus bestimmte Gruppe von Menschen, die in Deutschland leben, sondern gegen Demokratie und Rechtstaatlichkeit.

Der heutzutage oft beschworene Adolf sprach von "feigen Demokraten" - der MinisterPräsi ist einer, aber auch Heimat-Horst biedert sich Nazis an, weil er Stimmen vermutet. Das ist doch skandalös!



Ansonsten bin ich sehr mit Umzug beschäftigt. Alles alleine machen zu müssen macht die Sache nicht einfacher. Sehr zu meiner Überraschung scheint die, eher pro forma gestartete Jobsuche eher erfolgreich zu verlaufen. Jedenfalls äussern einige Firmen Interesse. 

Abschiedsrunden habe ich bislang wenig gedreht. Der Roller hat einen Defekt und die liebgewonnenen Plätze zum Abschied zu besuchen scheint mir eher Wehmut zu versprechen als einen freudigen Abschied. Ein paar nette Plätze habe ich trotzdem besucht — auf Film zu fotographieren verspricht auch hierbei, die Erinnerung besser zu bewahren. Wahrscheinlich kommen die Filme erst, wenn ich schon lange nicht mehr in der Schweiz lebe.

Bänkli an der Schaff
Aussicht von der Schaff



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