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Thomas

lautenist


Thomas öffentliches Tagebuch

The world of a photographing lute enthusiast


Alte weiße Männer
Inferno
lautenist

Bin es nur ich, der sich an der Diffamierung alter, weißer Männer stört?
Im deutschsprachigen Raum sind junge, farbige (nicht-weiße) Frauen schließlich eher selten vertreten.
Das ist aber nur ein Aspekt.
Einmal ist die Diffamierung an sich problematisch. Dieser Ausdruck wird häufig als Ersatz für ein Argument gebraucht — es ist aber keines. Es ist nur eine Diffamierung, wohl gedacht als Gegenentwurf zur Diffamierung junger, farbiger Frauen. Wie gesagt: angesichts dessen, daß die Überflutung mit jungen, farbigen Frauen überschaubar ist, dürften sich für Diskriminierung schwerlich Beispiele finden lassen. Die Diffamierung aus diesen Gründen wäre mir auch neu. Mangels Masse alleine.
Auf Diffamierung lassen sich keine Argumente bauen. Jedes Argument, welches als Begründung "alte, weiße Männer" anführt muß ungültig werden. Es sei denn, man kann begründen, warum alte weiße Männer die Ursache des Problems sind. Logische Begründungen der Form "Schwäne sind weiß" sind aber heikel, da die Existenz eines nicht-weißen Schwans ausreicht, um die Prämisse falsch zu machen.
Die Aussage ist aus diesem Grund bestenfalls tauglich, einen Streit zu provozieren.  

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Maiausflug
Thomas
lautenist

Am Mittwoch stand ich vor der Wahl: entweder den schönen Tag genießen und flüchten oder im Ort das Radrennen — früher "um den Henningerturm", dann "um den Finanzplatz" und heute wohl "Eschborn-Frankfurt" —  verfolgen und mal eine andere Art Action zu fotographieren als normalerweise. Düster in Erinnerung hatte ich, daß es nicht sehr spannend ist, die Radfahrer im Ort zu beobachten. Da Huschen die Rennradfahrer mit einem Affenzahn an einem vorbei, dann ist Pause, dann fahren wieder ein paar durch — und die meiste Zeit ist man mit Warten beschäftigt. Also entschied ich mich zu fliehen. Problem war dabei, daß rundum die meisten Straßen gesperrt waren und mir nur der Ausweg in Richtung Autobahn blieb.
Da ich mehr oder weniger zufällig entdeckt hatte, daß auch ein Rundweg um die Saalburg herum und entlang des Limes führte und ich die Fotoausrüstung für meinen etwas weiteren Ausflug unter etwas schwierigeren Bedingungen testen wollte, fand ich die Kombination Saalburg mit hellem Licht, Räumen, Innenhöfen und dem Wald mit diffusem Licht und dem Limes selbst (da war ich gespannt, welche Lichtverhältnisse mich erwarten würden) vielversprechend. 

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Politiker und die Systemkrise westlicher Demokratien
Thomas
lautenist

Mich hat schon oft gewundert, warum ich mit der heutigen Politikergeneration nichts anfangen kann. 

Dabei kommen mir vor allem zwei Gründe in den Sinn.

Die Personen

und die Inhalte, genauer deren Fehlen.


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Eine Ode an Hessen-Nassau
Thomas
lautenist

Hessen-Nassauland, du bist mein Heimatland,
Deutschlands grünes Herz wirst du genannt.
Mittendrin, da steht mein Vaterhaus, da ist meine Heimat,
da bin ich zu Haus. da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus.  

Ein Neuanfang so sollt es sein,
Nach Wiesbaden kamen wir,endlich Heim.
Unsere Hauptstadt, endlich da.
Die Reise ist nun endlich rum.
Die Reise ist nun endlich rum.  

Grüne Wälder gibt's wohin man schaut,
Berg' und Täler sind mir so vertraut.
Überall, da blüht's im Sonnenschein.
Oh, wie herrlich ist es doch bei uns daheim!
Oh, wie herrlich ist es doch bei uns daheim!

Disclaimer: Nein — ich bin kein Nationalist geworden. Ich setze spaßeshalber dem deutschen Nationalgedanken gerne Patriotismus für irgendeinen der unzähligen Duodezstaaten der Region entgegen.


Žižek: Ideologie und -ismen
Thomas
lautenist

Ich persönlich finde die ganzen -ismen überflüssig und vor allem Ausdruck einer gewissen Denkfaulheit.
Populismus ist auch so ein Begriff, der fast schon aus Klöckners Schmiede stammen könnte: soll aussagen, man redet dem Volk nach dem Mund. Aber was bedeutet das dann in einer Demokratie?
Und der olle Patriotismus, der vaterländische Gesinnung oder Vaterlandsliebe bedeuten soll - was soll uns das sagen? Bin ich Nassauer? bin ich Hesse? Bin ich Europäer? Und was bedeutet das überhaupt? Biologisch irgendwie irgendwas? oder geht es um den Pass?
Patriotismus als solches ist also ein Sammelbegriff für irgendwas Positives, was man mit einem unbestimmten Begriff (Vaterland) verbindet. Klar läßt das Raum für eine Interpretation des Begriffs, wie ihn der aus Slowenien stammende Philosoph Slavoj Žižek hier gibt:
“Why should the Left automatically accept this idea that patriotism is bad? Patriotism means for me that you have great trust in the greatness of your nation, for example what Angela Merkel did: accepting one million refugees, this is true patriotism: trusting in the greatness, tolerance, productivity of Germany.”
On this he goes for checkmate: “My point is to label anti-immigrant populists as non-patriotic. They don’t trust their own nation. How can you believe like Trump in American greatness, if when a couple of thousand refugees are approaching your border you proclaim a state of emergency?”

Ideologie ist Thema des unten stehenden Interviews , wobei sein Begriff der Ideologie eher die Bewertung von Begriffen und deren Attributen meint. Das passt meistens, aber nicht immer. Für ihn ist Ideologie wie eine Schublade, die mit Begriffen und den Begriffen zugeordneten Attributen gefüllt ist.

Trotzdem sind seine Ideen inspirierend und er ist einer der wenigen Philosophen der Gegenwart, welche einige grundlegende Probleme erkannt haben: die Entpolitisierung der Politik, die Macht der Wirtschaft, Globalisierung, political Corectness, mangelnde Wahlmöglichkeit bei Wahlen, ...

Die Idee, die Maske zu entfernen und dadurch zum Kern der Dinge zu kommen ist philosophische Methode. Bevor wir etwas bewerten müssen wir es verstehen. Um es zu verstehen brauchen wir einen Begriff davon. 

Das Problem ist, daß wir in einen infiniten Regress geraten, wenn wir von Produkten die Maske entfernen und sich darunter die Werbebotschaft offenbart, die aber natürlich auch wieder Ergebnis der Produktionsprozesse sind. Diese Produktionsprozesse sind wiederum ein Ergebnis eines Wirtschaftens, was wiederum auf der Verfasstheit unserer Gesellschaft gründet, die wiederum auf der Geschichte gründet etc.
Nun kann es mehrere Pfade geben, die sich uns offenbaren. Es ist nicht nur die Werbebotschaft, die in einem Produkt steckt. Dahinter stecken Ökologie, Soziale Probleme und ganz viele andere Themen können sich offenbaren, je nachdem, mit welchem Erkenntnisinteresse ich die Maske lüfte.

Wichtig und richtig ist aber, die Maske zu lüften — oft findet man darunter ökonomische Interessen, bei politischen Parteien oft Machtinteressen, bei Personen oft Selbstdarstellung in verschiedene Formen. All das kann man weiter analysieren. Wichtig ist dieser quasi chirurgische Ansatz, um etwas möglichst frei von Vorurteilen vor sich liegen zu haben, welches man dann anhand von Kriterien, die man mit analoger Methodik entwickelt hat zu bewerten. 

Nun stelle man sich vor, das sollen wir in jedem Fall und immer machen. Das würde uns überfordern. Daran sind die 68er gescheitert. Vorurteile haben den Vorteil, daß sie das Leben einfacher machen und sie müssen nicht hinterfragt werden. Traditionen funktionieren genauso. 

Es geht also letzten Endes um Erkenntnisinteresse — nur etwas, von dem ich mir eine Verbesserung des Lebens erwarte lohnt der Analyse. Nur dort lohnt es sich, die Zwiebel zu schälen.
Diese Zwiebel ist aber immer nur ein Teilbereich. Husserl nennt sie Lebenswelt (oder bei A. Gehlen Institution), in anderen Zusammenhängen wird der Begriff soziale Rolle dafür gebraucht etc.
Machen wir uns nicht die Mühe, die Zwiebel zu schälen, also zu analysieren leben wir eine Rolle, in einer Funktion,  ... immer in einem vorgegebenen Rahmen, in dem uns die Last der Analyse und Verortung genommen ist. Aber auch Freiheit und Wissen. Wir sind gefangen in einer Lebenswelt (Husserl).

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Buchrezension: Fräulein Nettes kurzer Sommer
Thomas
lautenist

Ein ganz anderes Kaliber als die Nassauer Hexe ist dieses Buch, welches vortrefflich gelungen ist.
In vielerlei Hinsicht trifft die Autorin den Geist der Zeit, begeht kaum historische Fehler, zeigt sich gut informiert. Auch sprachlich ist der Roman sehr gut gelungen. Mit feinem, oft rabenschwarzem Humor erzählt der Roman aus der Epoche der Genies und natürlich aus der Biographie von Annette von Droste-Hülshoff . Dabei gelingt es der Autorin, der Gefahr Historienkitsch zu fabrizieren zu entgehen. Wunderbar!
Lesebefehl!



Vogelburg in Farbe
Thomas
lautenist

Die Vogelburg bei Weilrod-Hasselbach ist ein wunderbares Ausflugsziel. Ich vermutete, die bunten Vögel, mehrheitlich Papageien, dort würden sich gut für einen Vergleich des neuen Kodak Ektachrome mit dem etablierten Provia 100 von Fuji eignen.

Als Kamera diente in beiden Fällen die gute und sehr zuverlässige Nikon F6 mit dem Nikkor 28-300mm Objektiv. 

Hier nun die Ergebnisse mit dem Ektachrome 100 

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Osterausflüge
Thomas
lautenist

Ostern war wunderschönes Wetter. Sommer! Außer den Grill zu benutzen war ich natürlich mit dem Foto unterwegs. Schon länger wollte ich die Blüte der Obstbäume fotographieren. Das sollte hier in der Obstanbauregion nicht so schwierig sein, dachte ich und so war ich Karfreitag unterwegs über das "süße Gründchen" nach Königstein, wo ich versuchte, einen fotographisch schönen Blick auf die Burg zu erhaschen, aber keinen Punkt fand, der mir gefiel. Also ging es weiter zu den Apfelpantagen nach Altenhain, Tatsächlich konnte ich wunderschön in das Altenhainer Tal und über Frankfurt hinweg bis zum Odenwald (silva odini) schauen. Auch ohne Foto sehr lohnenswert.



An Vorkommnissen gab es eine Ampel, die nicht umschalten wollte und die ich dann irgendwann bei rot queren mußte. Gefährlich, wie der Verkehr nur auf Autos ausgelegt ist und leichte Fahrzeuge wie mein Roller, die sowieso schon eher bedroht sind, auch noch von der Verkehrsplanung benachteiligt werden.
Ein weiteres Vorkommnis war eine Autofahrerin, die scheinbar eine Geste von mir missverstanden hatte und mich daraufhin anfauchte. Mit dem Selbstbewußtsein der Frau von heute scheint es nicht weit her zu sein, oder sie fühlen sich interessanter als sie sind. Egal wie: Aggressives Verhalten ist unangebracht. Wahrscheinlich hat es die gute Dame auch nicht sonderlich befriedigt, weil ich sie einfach stehen ließ und nicht weiter beachtet habe


.

Samstags bin ich dann noch schnell nach Kronberg zum Schloß der Kaiserin Friedrich gefahren. Überraschend schön war die Strecke am Rand Kronbergs entlang durch die Obstbäume und durch Wiesen, sogar eine Kneipe mit Miltenberger Faust-Bier hat es! an endet mitten in der Altstadt am Rathaus. Eigentlich wollte ich unter der Burg entlang und ein paar Fotos der Burg schießen und dann westlich entlang des zum Schloß gehörenden Parks nach oben, um den Park dann zu umrunden, da ich in Erinnerung hatte, das Gelände sei nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Ist es aber doch. Das bemerkte ich, weil ich dem Kopfsteinpflaster einer Altstadtstraße ausweichen wollte und plötzlich am südlichen Parkrand war, von wo aus ich entweder kehren mußte, oder den Park westlich umrunden. Ob links- oder rechtsherum, das spielt kaum eine Rolle, dachte ich, und wählte den Weg westlich des Parks und plötzlich stand ich an der Einfahrt zum Schloß. Das Tor war offen. Ein paar japanische Touristen im Park. Ich also rein und bis vor's Schloß. Gigantisch! Kaum angehalten kam schon eine Frau angetrabt, älteres Semester, aufgebretzelt wie es die Generation 70+ derzeit wohl ist, wenn sie meint, repräsentieren zu müssen und meinte, ich könne da nicht stehen bleiben. Ich dachte, mein Rollerchen könnte den empfindlichen Geschmack der Dame vielleicht stören, da er zwischen den Nobelkarossen vielleicht etwas unangebracht wirken würde. Da tat ich der Dame unrecht. Ich hatte übersehen, daß meine "Parkbucht" eigentlich die Zufahrt zu einem anderen Parkplatz verdeckt, so daß ich tatsächlich im Weg stand. Kein Problem natürlich — die Dame ließ ich natürlich mit ihrem Mercedes Nobelschlitten durch und schoß eine ganze Reihe Fotos des Schloßes. Genauso interessant ist der dazugehörige Park. Den werde ich dann mir passenden Objektiven noch einmal beehren.

Am Ostersonntag entschied ich mich zu einer Rollertour nach Eppstein, weil ich etwas von einem Bergpark gelesen hatte, den es dort gäbe. Außerdem ist das Städtchen sicher auch so sehr malerisch - und es versprach Schatten!

Nachdem ich durch den Ort gekurvt bin und einige Fotos geschossen habe, ging es hoch zur Villa Anna, zunächst fuhr ich allerdings an ihr vorbei hoch auf den Gipfel des Judenkopf, von dem aus sich eine wunderschöne Aussicht über die Taunus-Landschaft bot.

Anschließend ging es zur Villa Anna und dem Neufvilleturm im Bergpark. Der Bergpark ist sehr schön, doch zugewachsen, die Bewirtung am Turm gab es nicht, trotz anderslautender Information im Internet, wonach die Wirtschaft an Feiertagen geöffnet sei. Das kürzte meinen Besuch dann ein wenig ab und ich machte mich auf den Heimweg.

Kurz vor erreichen der Wohnung passierte noch ein weiteres Ereignis, welches wieder illustrierte, welch wundersames Wesen doch der Mensch ist. Auf Höhe des Schaar-Hofes sprang mir ein älterer Mann vor den Roller und zwang mich dadurch und mit herrischer Geste anzuhalten. Verwundert und ein bißchen erschrocken über diese Dreistigkeit hielt ich an und schon legte er los. Daß dort Fahrverbot sei und man nur 20 fahren dürfe (daß sich das gegenseitig ausschließt - mit Logik muß man manchen Menschen nicht kommen) und ganz drohend dann, daß er mich aufschreiben würde, wenn das nochmal geschähe. Die Erwiderung habe ich mir geschenkt, auch wenn es nicht leicht war (sein Benehmen war Nötigung und auch sonst: wenn er mich verzeigen würde wüßte ich Namen und Anschrift. Und er könnte niemals mehr sicher sein, ob nicht ein paar Freunde ein intensives Gespräch mit ihm führen würden oder ihm sonstige Ungemach geschehen könne - da hätte meine Fantasie einiges auf Lager. Während mir maximal eine Busse von 10-15 € für eine Ordnungswidrigeit drohten, falls die Behörden seiner Auslegung der zugegeben nicht ganz eindeutigen Regel an diesem Ort folgen würden).
Mal ganz abgesehen von der Sinnlosigkeit, jemanden wegen einer solchen Lappalie zu bedrohen: es dünkt mich befremdlich, wie ein Mensch psychisch derangiert sein muß, um jemanden so offen und deutlich zu provozieren. Die meisten hätten dem Mann entweder heftige Widerworte gegeben oder die Bedrohung gleich handgreiflich erwidert. Stoff für meine Fantasie jedenfalls: sowohl die Geschichte dieses Widerlings als auch einige Varianten meiner Rache könnten unterhaltsam sein. Mal schauen, wie das Wetter wird und ob ich sie aufschreibe ...




("richtige" Fotos folgen - die Bilder hier sind alle mit dem Natel gemacht)


Deutsches Eck - Teil 2
Thomas
lautenist

Hier nun der zweite Eintrag mit Fotos, die ich am Deutschen Eck in Koblenz gemacht habe. Dieser Beitrag enthält nun Fotos, die ich mit einer Nikon F6 geschossen habe. Farbfotos auf Kodak Ektar 100, Schwarz-weißfotos auf Ilford Delta 100.

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Bad Nauheim: Spudelhof in schwarz-weiß
Thomas
lautenist

Da es sehr viele Fotos wurden, die ich von dort wert finde, daß ich mich daran erinnere teile ich den Eintrag in zwei Teile.
Hier im ersten Beitrag nur schwarz-weiß Fotos, aufgenommen mit meiner Agfa Super Isolette

Der Sprudelhof in Bad Nauheim ist ein großes, geschlossenes Jugendstilensemble, das Anfang des 20.Jahrhunderts im Auftrag des Hessischen Großherzogs Ernst Ludwig erstellt wurde. 6 Badehäuser und Verwaltungstrakt umrahmen hofartig einen nach dem Kurpark hin offene Anlage, in der heute noch zwei Quellen sprudeln.

Ein Wort zu den Isoletten:
Während die "normalen" Agfa Isolette auf ebay oft für 20-30 Euro zu haben sind wird die Super Isolette auch heute noch deutlich besser bewertet. Zurecht, wie ich finde.

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