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Thomas öffentliches Tagebuch

The world of a photographing lute enthusiast


[sticky post]Lautenverkauf - lutes for sale
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Being over 50 life offers new challenges. As a result of changes in my life I will offer some of my instruments for sale. Sad to say goodby to this family members - but you can feel lucky for the chance to obtain one of them!

Wenn man über 50 ist ergeben sich letzte Gelegenheiten, das ein oder andere im Leben neu auszurichten. Als Folge der geplanten Änderungen ergibt sich die Notwendigkeit, meine Lautensammlung zu verkleinern und für Euch die einmalige Möglichkeit, günstig zu sehr guten Instrumenten zu kommen.

Biedermeiergitarre, Renzo Salvadore, frz. Stil, 7-Saiter, 3000,- €


Barocklaute, 11-chörig nach Tielke, Markus Dietrich, reich verziert, 5000,- €



Wandervogellaute, renoviert, 400,- €


alle Instrumente kommen mit passendem Koffer, all instruments with case
Innerhalb einer vernünftig erreichbaren Umgebung bringe ich die Instrumente gerne vorbei. Probegespielt werden können sie in der Innerschweiz, instruments can be played and tested in central switzerland

Abenteuer Telefonie
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Langsam ist vieles von dem, was ich hier in der Schweiz noch zu erledigen hatte in sicheren Tüchern und ich beginne, mich den zu erledigenden Punkten in Deutschland zu widmen. Nachdem ich überlegt hatte, ob ich überhapt Mobiltelefon brauchen würde und feststellen musste, dass es heutzutage vielleicht ohne geht, aber vieles viel einfacher geht und in meinem speziellen Fall sogar einige Entscheidungen neu und anders getroffen werden müssten hatte ich also einen Anbieter gesucht.
Zunächst suchte ich 1&1 als Anbieter aus, da die meine Homepage auch während meiner Zeit in der Schweiz hosteten und das weitgehend problemlos lief. Ich erteilte also einen Auftrag für Telefonie, Internet und Natel als Ersatz für meinen bisherigen Vertrag. In der Folge gab die Meldung für einen Rückruf. Nach ewigen Wartereien wurde mir beschieden, das könne man nicht machen. Verdutzt fragte ich zurück, warum denn nicht? Der Vertrag sei so alt. Man kann sich vorstellen, dass ich etwas überrascht war und meinte, das sollte doch eigentlich grade dafür sprechen, mir eine Anpassung durchzuführen. Fand der Onkel und meinte, es ginge, ihm fehle aber die Berechtigung und er müsse mich weiterleiten. Also bei der nächsten Station wieder das Gleiche und die gleiche Diskussion wieder. Diesmal wurde ich aber weitergeleitet, weil der Mensch das nicht "im System" eintragen könnte. Nächste Station, ich langsam genervt und wieder das gleiche Gespräch. Nur diese Dame stellte sich stur und meinte, ich soll einen neuen Vertrag abschliessen und den alten kündigen — auf März 2019. Gut — die Kündigung hat 1&1 bekommen, einen neuen Vertrag bekommen sie aber nicht.

Nächster Anbieter war dann die Telekom — Das Angebot der Wahl hiess Magenta eins L: Mobil, Festnetz — halt das komplette Paket. Mit einem kleinen Bonus bei den Gebühren als Zückerli. Ich also bestellt — zumindest versuchte ich das. 

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Portraits, Tätowierungen, natural light
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Ich will Tätowierungen nicht bashen. Natürlich gefallen sie mir nicht und ich finde es selten dämlich, seinen Körper als modisches Feature dauerhaft über einen Eingriff manipulieren zu lassen. 

Tätowierungen sagen meistens auch nichts aus, entgegen dem Cliché, da jemand anderes die Tättowierung ausführt und meistens auch nur aus einem Katalog ausgewählt wird, was man sich tätowieren lässt. Die Aussage einer Tätowierung ist in unserem Kulturkreis auch nicht so bekannt, dass sie automatisch erkannt würde, mit Ausnahme der KZ-Häftlingsnummern und SS-Blutgruppen vielleicht. 

Dazu kommt: Erkennen, was mir dauerhaft anhaftet kann ich nur retrospektiv. Dort, wo Tätowierungen zur Kultur gehören sind es meist Zuschreibungen von Aussen (zum Beispiel während Initiationsriten) oder sollen bestimmte Leistungen oder Ereignisse dauerhaft sichtbar in Erinnerung halten bzw. auch einem Fremden auf den ersten Blick verdeutlichen, wen man dort vor sich hat. Jakuza zum Beispiel — oder die Mafia.  

Entfernen ist noch schmerzhafter und teurer als sich die Dinger stechen zu lassen.

Das hat aber viel mit Geschmack zu tun und dass man sich über den wunderbar streiten kann, ist schon lange bekannt.

Was aber objektiv betrachtet werden kann sind, wie Tätowierungen auf Fotographien behandelt werden. 

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Der einfache Teil des Abschieds
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Schon interessant: Es dauerte 3 Wochen, bevor überhaupt jemand auf meine Kündigung reagierte (ausser Briefpost, welche die Formalien mit der Versicherung regelte und der Kündigungsbestätigung, ebenfalls per Briefpost). Dann noch einmal 6 Wochen, bis die Nachfolge ansatzweise bestimmt war. Und nun besteht kein Interesse daran, dass ich den Nachfolger einarbeite. WTF?

Immerhin habe ich so tagsüber viel Zeit zu vertrödeln.

Ich glaube langsam (ehem ... das schrieb ich im Juni 2011), ich hätte vielvielviel früher gehen sollen. 

Der doofe Teil ist, dass es dann abends von 0 auf 180 geht — und in der allgemeinen taglichen Ödnis dämmern neben dem Hirn auch die sonstigen Interessen vor sich hin, aber dennoch kann ich den Aufreger im Privaten aus der letzten Zeit berichten:


Klar versuche ich auszumisten. Ich hatte eine Wohnung, die eigentlich viel zu gross für mich alleine ist. Optimistisch bin ich von viel Besuch ausgegangen und ausserdem sollte sich Sohnemann wohl fühlen, wenn er auf Besuch käme. Und "Zu gross gibt es doch eigentlich gar nicht". Dachte ich.
Nun sammelte sich im Laufe der Zeit natürlich viel an, was nun in die kleinere Wohnung nicht mit muss. Also ausmisten und wegwerfen: Bücher und DVD auszusortieren tut besonders weh, doch wenn die nicht einmal für geschenkt weggehen bleibt wohl nichts anderes. Auch die nicht verkauften Exemplare der Lauten-CDs, die ich aufgenommen habe landeten ausser einigen Souvenir-Exemplaren im Müll. Eine merkwürdige Gesellschaft, in der wir leben — wahrscheinlich wäre es in der Stadt einfacher gewesen, jemanden zu finden, der mir das Zeugs abgenommen hätte. Was mich aber wirklich geärgert hat ist, dass das Angebot, DVDs und BluRays zu verschenken — und zwar viele! zwar gut angenommen wurde, doch die Leute haben die Sachen nicht abgeholt. Und das passierte mir nun 2x hintereinander. Das hätte ich bei einem Geschenk nicht erwartet. Ich schätze den Wert wohl noch zu hoch ein, wenn ich meine, man könne das Abholen.
Das führte aber dazu, dass ich mir Gedanken über eine Gesellschaft mache, die für die Müllhalde produziert: So eine DVD wird von mir 2 oder 3x geschaut — wenn es hoch kommt! dann vielleicht verliehen. Vielleicht wird sie 5x benutzt — und landet dann im Müll. Ist das nicht unglaubliche Verschwendung?
Ein ähnliches Problem habe ich mit Büchern — dass Bücher wenigstens organisch sind und sich nutzbringend recyclen lassen, reduziert meine Bedenken. Aber ich gehöre auch zu denjenigen, für die Bücher Freunde sind, nichts Anorganisches. Einen Freund wirft man nicht einfach auf den Müll (auch das wird heute gerne praktiziert). Ich fürchte fast, ich zerstöre ein ein Leben lang gehegtes inniges Verhältnis, wenn ich nun anfange, Bücher in den Müll zu geben (auch die wollte übrigens niemand für geschenkt haben — dort fand ich nicht einmal Interessenten, es wurde nur auf die Brocki verwiesen. Eigentlich sollte es logisch sein, dass die sich nicht als Müllhalde für abgelegte Bücher benutzen lassen wollen und an die Bücher, die sie annehmen Anforderungen stellen). Durch diese Erfahrung kam mir nun der traurige Gedanke, dass Bücher heute auch Wegwerfprodukte sind. Ein paar Geschichten erlangen eine gewisse Popularität, aber bei den "Hits" der letzten Jahre handelt es sich um Geschichten wie die Harry Potter-Reihe oder Dan Brown-Bücher, die einen generellen Trend, wonach Erwachsene Kinder- und Jugendbücher lesen auslösten, oder es handelt sich, wie in letzteren Fall um einen platten, wenn auch gut lesbaren, rasant geschriebenen Trivialroman — einen etwas besseren Jerry Cotton, um es provokativ zu formulieren. In diesem Zusammenhang erscheinen ebooks tatsächlich Sinn zu machen. Diese Bücher braucht man sich nicht in den Schrank stellen. Diese Bücher wird aus der nächsten Generation niemand mehr lesen (wollen). Das ist eine ganz andere Beziehung zu Büchern als ich sie kenne und selbst pflege. Vielleicht hätte ich zu Jerry Cotton- oder Perry Rhodan-Heftchen eine Beziehung dieser Art. An Trivialromanen habe ich aber nur eine Serie gelesen und auch diese Heftchen hatte ich aufgehoben und sogar immer wieder gelesen — ich meine. meine Mutter hatte diese Hefte entsorgt. Ich hätte sie sicher heute noch!
Dass ich durch diese Überlegung nun lerne, dass ich durch den Kauf von Büchern Müll produziere, der vermeidbar gewesen wäre ist eines. Dass ich andererseits noch einmal durch die Bücher gehe und noch mehr entsorge als ich bereits geplant hatte das andere. Denn mit zurück nach Deutschland kommt nur, was ich als Referenz immer mal anschaue oder Geschichten, die vielleicht auch einmal meine nicht existierenden Enkel und Urenkel interessieren könnte — falls die dann noch wissen, was ein Buch ist. 

Dieses Geschichte hat allerdings tatsächlich auch einen positiven Twist — und das ausgerechnet über Facebook.
Als ich gestern Nacht auf Facebook motzte gab es das Angebot einer Freundin aus Basel, die Sachen zu nehmen und Mitarbeiter einer karitativen Anstalt, bei der eine Praktikantin dort wohnt, wo ich schaffe wurde auf dem Umweg über Deutschland auf dieses Angebot aufmerksam. Mal schauen, ob ich das doch loswerde. Jedenfalls habe ich gelernt, dass man gewisse Sachen besser nicht kaufen sollte, zum Beispiel DVD und BluRay und dass man bei Büchern überlegen sollte, ob man sie nicht besser schnell nach dem Lesen wieder abgibt.


Mehr pro forma habe ich mich als arbeitssuchend bei der Jobbörse des Arbeitsamtes (wdG, wie das heute heisst) eingetragen. Die Chancen, über 50 einen Job zu bekommen schätze ich ziemlich gering ein.
"Dummerweise" haben ein paar Head Hunter mein Profil entdeckt und beginnen mit dem typischen Gewerkel von denen, indem sie erst einmal Interviews führen und Informationen/Profile sammeln. Eine dieser Firmen ist anscheinend auch recht seriös und scheint sich zu kümmern. Mit denen hatte ich ein brauchbares, vernünftiges Interview und sie scheinen seriös nach Angeboten für mich zu suchen. Eine andere dieser Agenturen bearbeitet den deutschen Markt mit lauter Leuten, die die Sprache nicht sprechen, meinen Lebenslauf nicht lesen und den anhand halb verstandener Informationen verteilen wollen, schlimmer, als ich es auf verzweifelter Jobsuche täte in der Hoffnung, vielleicht einen Glückstreffer zu landen. Solche Agenturen vernichten den Ruf der Branche. Tatsächlich meide ich Personalvermittlungsagenturen — bzw. bin sehr wählerisch. Die Inder hatten das noch insofern geschickt gemacht, dass ich bei dem Stellenangebot nicht gleich sah, dass es sich um eine solche Agentur handelt. Einen Moment unachtsam und schon wird man von denen zugespamt. Ziemlich überrascht war ich, als die mir dann eine Liste mit doch einigen Angeboten und darunter etwa einem Drittel, das sogar in Frage kommen könnte, schickten. Ich musste die aber bremsen, damit sie mich nicht auf völlig ungeeignete Stellen bewerben. Dabei wollte ich die Jobsuche erst wirklich beginnen, wenn ich zurück in Deutschland wäre, weil ich jetzt in den Abendstunden mit dem Umzug hinreichend beschäftigt bin. 


Was ich sonst nicht mit nach Deutschland nehme sind viele Möbel. Ich hatte für die kleine Wohnung in Aadorf ein paar IKEA-Möbel gekauft, die mit mir durch die Schweiz gezogen sind. Dieser Set wurde dann noch einmal um ein paar weitere Möbel ergänzt. Als ich mir langsam Gedanken machte, mich dauerhaft niederzulassen habe ich ein paar etwas bessere Möbel gekauft und das werden die einzigen Möbelstücke, die mich begleiten, plus meinem Sekretär.
ich war nie ein Fan von IKEA und der dahinter stehenden Idee, sich einzurichten. Natürlich wechselt man "heutzutage" die Wohnungseinrichtung hier und da mal. Auch mein eigener Geschmack hat sich geändert — aber nicht wesentlich. Und Möbel sind für mich auch kein modisches Accessoire, was man alle paar Jahre austauscht. Sie gehören zu einem Heim — und das wiederum ist ein Platz, in dem man sich zuhause fühlt, geborgen. Da muss nicht einmal alles schön sein! Wer kennt nicht die schmuddelige Studentenbude, die aus zusammengestoppelten Möbeln und Einrichtungsgegenständen bestand? Ein Heim soll auch aus Vertrautem bestehen. Ich denke, viele benutzen ihr Heim zum Repräsentieren — mir genügt es, wenn sich Gäste, Menschen, die mir lieb und teuer sind, sich bei mir wohlfühlen. Und natürlich vor allem ich soll mich wohlfühlen. Darum muss Vertrautes mit zurück. Ausser dem Sekretär ist es ein Poster aus dem kunsthistorischen Museum Wiens, welches auch die komplette Rundreise mit mir machte.
Über mich selbst und mein Verhältnis zu den Orten, an denen ich lebte, zu denken gibt mir, wie wenig ich als unverzichtbar mit zurück nehme.

meine langjährige Freundin




Gegender
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Bei Fefe habe ich diesen Artikel gefunden, in dem die Überlebenschance bei einem Herzinfarkt in Verhätnis zum Geschlecht gesetzt wird.
Dabei kommt heraus, dass Frauen eine schlechtere Überlebenschance haben. Es sei denn, sie werden von einer Frau behandelt. 

Diese ständige Unterstellung, Frauen seien Opfer männlicher Aggression nervt. Und irgendwie bekommen die sogar noch den Dreh hin und behaupten, Frauen machen es besser.
In jedem Fall frage ich: Warum? Warum sollten Männer Frauen schlechter behandeln? Warum sollten Frauen es besser können? Was ist der Zweck einer Frage nach der Qualität der Behandelnden in Verbindung zum Geschlecht?
Ich kenne die Studie nicht im Detail, doch: handelt es sich in den Notaufnahmen nicht um Teams? Wie steht es um die Krankengeschichte? Sind die Fälle überhaupt vergleichbar oder müsste man nicht unterschiedliche soziale Situationen in Betracht ziehen? Zum Beispiel, ob statistisch gesehen eine längere Zeit verging, bis der Notfall behandelt wurde? Grade angesichts der Abhängigkeit von den Umständen eines solchen Notfalls: Ist die Fragestellung überhaupt sinnvoll? (tatsächlich ist sie das in den seltensten Fällen)


Rückblick
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beim nochmaligen Durchlesen kamen mir meine Erinnerungen schon an Aadorf zu persönlich vor, um sie in einem "öffentlichen Tagebuch" zu präsentieren. Darum werde ich hier stoppen und in dieser Form keine weiteren Erinnerungen mehr präsentieren.



Probleme und Scheinprobleme
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Die pädagogische oder auch Indoktrinierungswelle der Unterhaltungsindustrie geht mir ja bekanntlich auf den Zeiger.
Dort scheint ein starker Glaube vorzuherrschen, durch das Angebot bestimme man, was gedacht wird — und was richtig ist. Dass dabei nur von der Situation in den USA ausgegangen wird — geschenkt. Dass die Inhalte lächerlich sind. Ebenfalls geschenkt. Was mich wirklich aufregt ist, dass die, grade bei vermeindlich Intellektuellen, Erfolg haben.
Folgt man der Themensetzung scheint es keine wichtigeren Themen als Geschlechtergerechtigkeit, Rassismus, Homophobie und natürlich die allgegenwärtige Bedrohung durch den Islam zu geben. Und neu hinzugekommen ist der scheinbar ach so geliebte alte Feind: Die Russen.
Dumm nur, dass nichts davon wirklich ein Problem ist. Natürlich soll es keine Diskriminierung von Frauen geben — Diskriminierung generell ist zu bekämpfen. Doch gibt es die von Feministinnen beklagte Diskriminierung von Frauen? Tatsächlich ist das meiste, was die Mädels einfordern "gutes Benehmen" und darüber hinaus wollen sie eine Bevorzugung. Wenn Titelrollen nach Geschlecht vergeben werden sollen statt nach Rolle, wenn Führungspositionen in der Wirtschaft oder im Kunst- und Kulturbetrieb nach Geschlecht vergeben werden sollen ist das Diskriminierung und wirderspricht dem Gleichheitsgebot.
Wenn Hollywood mit dem Dampfhammer versucht, Geschichten mit weiblichen Heldinnen zu verkaufen und die fallen an der Kasse durch (wie das grausige Remake von "Ghostbusters") ist das Konsequenz dieser gezwungenen Konstruktion einer Geschichte. Problem von zu wenig Frauen in Titelrollen ist doch vor allem, dass es keine brauchbaren Geschichten gibt. Frauen in Geschichten zu zwingen löst das Problem nicht. Selbst in den 40er und 50er Jahren gab es bereits viele sehr gute Geschichten und erfolgreiche Filme. Hollywood krankt nicht an schwachen Frauenrollen sondern an guten Geschichten. Die Industrie investiert heutzutage viele Millionen Taler in einen Film und versucht, keine Risiken einzugehen, um diese Investitionen wieder zurück zu bekommen. Dadurch entstehen zwangsläufig Filme, die einer beschränkten Anzahl von Strickmustern folgen. Diese Strickmuster sind das Problem — das gleiche Strickmuster zu verwenden und die Rollenclichés umzukehren geht am Problem vorbei. Das Strickmuster zu ändern könnte tatsächlich bereichern. Und wenn dabei brauchbare Frauenrollen gebraucht werden — Bravo!
Was die Feministen tatsächlich beklagen und was tatsächlich ein Problem ist, ist dass es niemals grössere Freiheit gab. Das geht damit einher, dass das starre Regelkorsett der Zeit bis in die 70er und teilweise sogar die 80er nicht mehr gilt. Regeln bedeuten aber auch Sicherheit!
Die Frage, die sich stellt ist also nicht, ob man Frauen noch stärker priviligieren sollte sondern, wie "Anstand" und "Gutes Benehmen" etabliert und durchgesetzt werden können. Oder ob das, was gesellschaftlich erlaubt ist, immer und individuell verschieden neu verhandelt werden muss.


Das gleiche gilt analog für Rassismus. "Ausländer" (oft sind es ja nicht einmal Ausländer — Özil ist kein Ausländer!  Viele als Türken oder Yugos angefeindete Mitbürger sind keine Ausländer) sind nicht das Problem. Die Hautfarbe ist auch selten wirklich ein Problem — man braucht evtl. etwas Zeit. um sich an dunkelhäutige Menschen oder Menschen mit Kopftuch zu gewöhnen. Das stört vielleicht etwas das Vertraute. Aber wirklich ein Problem? Das sind alles Menschen wie Du und ich. Das Problem mit ihnen wird künstlich gemacht und geschaffen. Das tatsächliche Problem ist Wohlstandsverteilung. Und in enger Verbindung dazu steht die Bildung: sowohl die Chancen auf Bildung und als auch das Ausbildungsniveau selbst.

Der Islam — Religion generell — sollte für den modernen Staat keine Rolle spielen. Tatsächlich bedeutet die Trennung von Kirche und Staat aber auch, dass Menschen in zwei (mindestens 2) verschieden organisierten Sozialgemeinschaften ("Lebenswelten", Husserl)  leben. Die christliche oder muslimische Welt organisiert ihr Leben rund um ihre Religion. Weihnachten ist ein Beispiel aus der christlichen Welt: Davor kommt der Kaufrausch, dann das Fest selbst mit all seinen Gebräuchen, Juden haben ihre kollektiven Bräuche, Muslime genauso. Wie stark unsere moderne westliche Welt immer noch mit dem christlichen Glauben verknüpft ist ist bemerkenswert, Das war solange kein Problem, solange es keine nennenswerte Anzahl andersgläubiger Menschen in der Gemeinschaft gab. Nun gibt es Parallelgesellschaften zur christlichen Mehrheit. Das hat bereits bei Juden, Sinti und Roma schon in alter Zeit zur Ausgrenzung, sprich Diskriminierung, geführt. Die Versuche, die Organisation eines Gemeinwesens unabhängig von der religiösen Tradition, vom religiösen Leben zu gestalten sind bislang nur mässig erfolgreich. Hier gibt es tatsächlich ein Problem — die Ökumene könnte ein Beispiel geben, wenn sie muslimisches und jüdisches Leben mit aufnehmen würde und man diese Religionsgemeinschaften nicht immer noch ausgrenzen würde.
Dass der Islam tatsächlich "böse" sei und Terroristen gebären würde und die Lebensweise von Muslimen in Europa nicht ginge, ist so weitab jeder Vernunft, dass ich mir eine Beschäftigung an dieser Stelle schenke. Wie es kommt, dass in der Türkei, selbst in Saudi-Arabien Menschen friedlich und harmonisch zusammenleben, wenn die Vorurteile stimmen würden mag als Hinweis genügen. Auch die Millionen Türken oder muslimischen Yugos, die bei uns voll assimiliert leben sollten Beweis sein, dass an dieser Behauptung nichts dran ist.
Der Islam ist also nicht das Problem. Warum wird er also zu einem Problem gemacht? Es ist oben angedeutet: Mangelhafte Integration ist wahrscheinlich der Schlüssel.
Auf weltpolitischer Ebene kommt hinzu, dass Öl immer noch vor allem in Weltregionen gefördert wird, die überwiegend von Muslimen bewohnt sind. Und unser Reichtum wesentlich auch aus der Ausbeutung unter anderem von Energie beruht, die in der Erdgeschichte in Form von Kohle, Öl oder Gas konserviert wurde.

Folge der segmentierten, gruppenbezogenen Betrachtung der Probleme sind nicht nur ungeeignete Lösungsansätze, sondern auch die immer stärker zu beobachtende Insel-Mentalität auf den unterschiedlichsten Ebenen: "Wir" gegen "Sie": Deutsche gegen Ausländer, Amis gegen den Rest der Welt, Christen gegen Muslime, Männer gegen Frauen — aber nie reich gegen arm! Was aber das eigentliche Problem ist.

Oben bereits angedeutet wurde "Ausbeutung" als Problem. Ausbeutung passiert durch Reiche von Armen und von sich in der Erdgeschichte angelagerten Werten: Seien es Mineralien, sei es Öl, seien es Metalle.
Ausbeutung ist eine menschliche Eigenschaft. Schon der Mammutjäger entnahm der Natur etwas, um sich selbst zu erhalten. Problematisch wird Ausbeutung dann, wenn sich der Ausgebeutete nicht mehr regenerieren kann, die Jäger also mehr Mammuts erlegen als neue nachwachsen. Das führt im ersten Schritt zum Aussterben der Mammuts und in Folge bekommen auch die Mammutjäger Probleme und müssen sich eine neue Jagdbeute suchen. Das geht solange gut, solange es etwas gibt, wohin man ausweichen kann. Irgendwann sind diese Möglichkeiten aufgebraucht. Diese Zeit sehen viele, so auch ich, als bald erreicht. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Menschheit beschränkt sich darauf, nicht mehr zu entnehmen als sich regenerieren kann oder man schlägt sich gegenseitig die Köpfe ein, um sich in Konkurrenz mit anderen die knappen noch verbleibenden Resourcen zu sichern. Die USA folgen dem letztgenannten Weg. Nicht sehr zivilisiert — klar! Und naheliegenderweise auch nur von aufschiebender Wirkung natürlich!
Tatsächlich sind die Versuche der Weltgemeinschaft, eine kooperative Lösung der Menschheitsprobleme herbeizuführen ("Klimagipfel") bislang wenig effektiv. Und die Zeit drängt. Aber es führt kein Weg daran vorbei, wenn sich die Menschheit nicht selbst auslöschen will.

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Abschiedsrunden
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Hauptsächlich mit Packen und Ausmisten bin ich zur Zeit beschäftigt. Dass ich  nur wenig habe — tja! Das stimmt sicher! Doch trotzdem sammelt sich im Laufe der Jahre einiges an, was entsorgt werden kann, vor allem, wenn man dann in eine kleinere Wohnung zügelt. 

Die Gelegenheit, Ballast los zu werden ist natürlich nicht nur materiell interessant. Tatsächlich habe ich an Müll ein paar IKEA-Schränke, DVD (zur Werbevermeidung habe ich viele DVD gekauft gehabt) und alte Rechnungen. Bücher sind einige dabei, die ich nicht umziehen muss. Aber Bücher werden nicht weggeschmissen. Mengenmässig besteht mein Eigentum vor allem aus Lautentabulaturen und Noten, die vom bisher Eingepackten (alles ausser Klamotten, Küche und Kleinkram) mehr als die Hälfte ausmachen, der Rest verteilt sich gleichmässig auf Bücher und DVD. Plus einem kleinen Anteil Negative, Dias und Drucke von Fotos. Letzteres wird mein erstes Projekt nach dem Umzug werden: Bilder sortieren, drucken und vielleicht eine Art Ausstellung organisieren — und sei sie nur für mich: "Thomas — the swiss years".
Ausserdem ist Radfahren geplant — viel radfahren! Und dabei fotographieren. Und Laute zu spielen! Viele Pläne! Und viel ist möglich. Doch ausser die Zukunft zu planen heisst es natürlich auch, Abschied zu nehmen. Die Gegend ist eine der schönsten Landschaften, die ich je sehen durfte und es gibt kaum eine schönere Gegend zu leben. Da wird im Augenblick jeder Moment draussen genossen. Gestern war ich mit dem Roller in der Nachbargemeinde (Giswil) und von dort den See entlang nach Sarnen unterwegs und habe neben richtigen Fotos auch einige Digi-Fotos gemacht.

Giswil und Giswilerstock
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Interessante Gebäude

Nach viel hin- und herüberlegen werde ich den Roller mit zügeln, während das Auto hier bleiben wird. Für ein Auto habe ich zunächst wahrscheinlich kein Geld und nur Radfahren ist wahrscheinlich angesichts meiner morschen Knochen auch nicht möglich. Ausserdem macht Roller fahren Spass.

Den härtesten Abschied habe ich bereits hinter mich gebracht. Davon gibt es natürlich keine Fotos. Meiner Lady wollte ich den Umzug nicht antun, da sie es hier so viel schöner hat und habe gehofft, sie hier unterzubekommen. Das hat auch geklappt und sie ist nun in einem wahren Katzenparadies unter. Eine Waldlichtung mit viel zu erkunden, ein wunderbares Haus mit viel Garten und Wiese. Ein Katzentraum! Natürlich sieht sie das unächst anders und muss sich an die neue Umgebung gewöhnen, aber sicher das Zweitbeste, nach dem Verbleiben in der gewohnten Umgebung für sie. Während ich nicht glaube, dass sie mich ernsthaft über die meinen Anteil an ihrer gewohnten Umgebung hinaus vermisst ist es für mich deutlich schwieriger, die kleine Lady nicht mehr zu haben. 

Auch diese Gegend werde ich sehr vermissen.

Bootshaus am Sarnener See

Sarnen mit seinen alten Häusern ist mir einerseits vertraut geworden — es ist auch noch recht übersichtlich. Doch bei Licht betrachtet war ich nicht sehr oft dort. 

alte Häuser in Sarnen
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fast schon mediterran, nicht?



Wo Goethe die Geschichte Wilhelm Tells fand




Homo what? Sapiens?
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Putin greit durch
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Wenn der Titel einer Zeitungsmeldung schon eine Wertung enthält.
Man stelle sich entsprechende Meldungen in den USA oder Deutschland vor: "Trump erschiesst Afro-Amerikaner", "Merkel verurteilt Tschäpe zu lebenslang" oder ähnlich.
Ein solcher Titel für eine Meldung macht nur Sinn, wenn ein Herrscher absolut regiert und aktiv Rechtsprechung betreiben kann, die Gewaltenteilung also nicht existiert.
Das unterstellt der Blick (so etwas wie die Schweizer BILD). Dass eine solche Meldung unter "Sport" eingeordnet wird befremdet zusätzlich.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich kein grosser Freund des "lupenreinen Demokraten" Putin bin. Meldungen wie die hier behandelte sorgen dafür, dass ich der westlichen Presse bezüglich Berichten über Russland sehr skeptisch gegenüber stehe. Für mich stellt sich die Frage, warum es ein so grosses Interesse zu geben scheint, den Ost-West Konflikt wiederzubeleben. Ist es ein Problem, dass Russland ein anderes System hat und tatsächlich, wie Putin sagt, eines der wenigen wirklich unabhängigen Länder ist? Ist Russland wirklich, wie unterstellt wird, an einer Wiederbelebung des Sovietimperiums interessiert? Tatsächlich sind in der Tradition der Sovietunion und später Russlands kaum militärische Agressionen bekannt: vor allem der Einmarsch in Afghanistan fällt ein. Es erscheint also unplausibel, aber nicht unmöglich. Die blosse Wiederholung von Beschuldigungen durch den Westen macht etwas aber nicht einfach durch die Menge der Wiederholungen wahr.
Das Thema Wahlmanipulationen durch Russland wird in den USA hochgekocht. Dass Russland versucht, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen ist legitim und wird umgekehrt von den USA in allen Weltteilen massiv gleich und sogar noch schlimmer gemacht. Man erinnere sich nur an die 5 Milliarden, welche die CIA für eine gefällige Regierung in der Ukraine investiert hatte und die zum immer noch schwelenden Bürgerkrieg führten. Von der Unterstützung einer Seite zu Wahlmanipulation ist es ein weiter Schritt. Mit Manipulation verbinden wir in diesem Zusammenhang, dass Trump ohne sie nicht gewählt worden wäre. Und was ist mit den ganzen Spendengeldern? Hatten die nicht auch Einfluss? Ist es nicht eigentlich das amerikanische System, das finanzstarke Kandidaten begünstigt. Und dazu das Versagen der Demokraten, einen geeigneten Kandidaten aufzustellen — mir kommt es so vor, als wollten die Demokraten genau das übertünschen, indem sie massiv auf die Schiene von Trump als Verräter und Russland als dem bösen Feind setzen. Das ist natürlich Unsinn.
Was allerdings Fakt ist und die USA in keinem guten Licht erscheinen lässt ist, dass sie massiv versuchen, das Feindbild Russland erneut aufzubauen, was ihnen im eigenen Land offenbar gut gelingt während der Rest der Welt befremdet schaut und sich die USA immer weiter isolieren.
Dass die hiesige Presse, wie in obigem Beispiel deutlich wird, das aus den USA vorgegebene Feindbild unbesehen übernimmt sorgt weiter für ein angespanntes Verhältnis zur Presse. In einem neutralen Land wie der Schweiz sollte ein unabhängiger Blick eine Selbstverständlichkeit sein, selbst für ein Boulevardblatt wie den Blick


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