Thomas

Wir wöööörrden alle Stööörben!

Heute: Kermit kommt seit neuestem mit Trigger Warning

Daran, unlustige deutsche Comedians und billige amerikanische Serien durch Lacher vom Band aufzupeppen und der einzige Witz an solchen Sendungen darin besteht, sich nicht von den Lachern zum Mitlachen animieren zu lassen und sich hinterher deswegen wie der letzte Vollpfosten zu fühlen habe ich mich ja gewöhnt - naja. Genauer, ich schalte ab, genauso wie bei gesprochenem Genderstern. Wer Holper-Deutsch und sexualisierte Sprache mag kann sich das von mir aus ja antun. Ich schalte weg.

Aber die Muppets mit Trigger Warnings ("Es könnte Sie verstören, daß Kermit ein Frosch ist" ?  "Miss Piggy ist horny"?) zu versehen. Geht das nicht zu weit?
Bei Netflix und Amazon Prime steht so ein Scheiß, Mediathek verlangt Altersnachweis - sind die denn komplett meschugge geworden?
Ich dachte, als ich 18 geworden bin habe ich qua Alter eine gewisse Reife bekommen - wie heißt es in "eve of destruction"? "You're old enough to kill but not to selbstständig eine Sendung, die mich anscheißt abzuschalten"? Naja - Barry McGuire kann besser englisch.
Infantilisierung nennt man das - war Harry Potter schuld? Das war doch wohl der Zeitpunkt, als Erwachsene aufgehört haben, Erwachsene zu sein und lieber Kinderbücher lasen und im Kino Kinderfilme schauten, oder? 


Thomas

ichglotzTV: Lanz

Gestern nach einem wunderschönen Ausflug quer durch (naja — entlang des südlichen Frankfurter Mainufers) und um Frankfurt herum bin ich bei Lanz hängengeblieben — ich weiß! Sollte man vermeiden *Kreislauf!sewisseschon*

Da gleich eine Teilnehmerin, die als Vorsitzende des Ethikrates am plaudern war wurde ich als oller (Möchtegern-) Philosoph natürlich getriggert:

Inzwischen bestreitet kaum jemand mehr, daß die führenden Politiker es verkackt haben. Das Problem bei der Ethikratstante (habe mir den Namen nicht gemerkt) ist, daß sie die Arbeit der Regierung bestätigen wollen oder müssen. Ob das in deren Aufgabenbeschreibung stand?

Tatsächlich würde ich von einem Ethikrat erwarten, daß er die Maßnahmen der Regierung gegen begründete und klar beschriebene ethische Kriterien wertet (und sei es nur die goldene Regel - und schon da versagen die Maßnahmen) und der Regierung wiederum begründete Empfehlungen gibt.

Wenn nun die Vorsitzende dieses Ethikrates nichts besseres einfällt als "so dürfen wir darüber nicht sprechen" (also das beliebte "Narrativ" bemüht) verwechselt sie Rhetorik mit einem Argument, sprich: sie verhält sich wie ein Werbemanager.

Ich vermute, diese bevormundende Art, hochherrschaftlich von oben herab: "Wir die Schlauen und Ihr doofes Volk" ist wichtiger Bestandteil des gegenwärtigen Unmuts. Dazu noch dieses Wahlkampfgedöns, mit dem sie versuchen, das Versagen schönzureden.

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Thomas

Eppstein

Frisch war es, warum ich nur bis Eppstein kam. Die Burg war leider geschlossen, doch ich traf die Pfarrerin der Talkirche, mit der ich etwas über meine Auftritte in ihrer Kirche geplaudert habe. Vielleicht geht da in Zukunft noch etwas ...

Die Burg — ich bin hoch, auch wenn bereits unten anstand, daß geschlossen sei. Ich finde, für das Foto hat sich der Aufstieg gelohnt
Die Burg — ich bin hoch, auch wenn bereits unten anstand, daß geschlossen sei. Ich finde, für das Foto hat sich der Aufstieg gelohnt
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Thomas

Und wieder ein Corona-Aufreger

Was hat sich seit April 2020 geändert? 

Wir haben einen Impfstoff, aber kaum jemand wird geimpft.

Sonst gibt es einen Wust an in sich widersprüchlichen Maßnahmen, von denen ein paar helfen, die meisten aber Blödsinn sind. "Abstand halten, Kontakte meiden" heißt die wirkungsvolle Maßnahme. 

In diesem Umfeld Schüler in die Schulen zu zwingen und das "ein Stück Normalität" zu nennen ist zynisch. Eigentlich Körperverletzung. Mit Vorsatz. 

Lehrer und Betreuer vorgezogen zu impfen, in Risikogruppe 2 - wohl frühestens Ende April oder Mai? Man schickt Feuerwehrleute auch ohne Schutz ins Feuer und verspricht, sie im übernächsten Feuer angemessen zu schützen? 

Und sowas nennen die Strategie?

(Schnell-) tests schützen übrigens nicht vor einer Infektion. Die werden jetzt ins Gespräch gebracht, als eine Art umgekehrter Judenstern: der Geimpfte oder Genesene ist sauber und bekommt Sonderrechte - "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich". Manche sind halt gleicher.

Problem ist doch, ob wir die Seuche bekämpfen und zusehen, daß der Spuk schnell vorbei ist oder den Partikularinteressen folgen. Was derzeit passiert ist nun ein Herumgeeiere, welches uns locker ein Jahr Seuche zusätzlich einbringt. Die aktuelle Politik sorgt dafür, daß wir Wirtschaft und soziales Leben schädigen *und* die Seuche nicht effektiv bekämpfen. Grade, wenn es um Kinder geht ist das daneben.

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Thomas

gelesen: Altlasten von Sara Paretsky

Lesenswert ist der Krimi schon, den Sara Paretsky hier vorlegt. Neben der eigentlichen Krimigeschichte wird viel aus den ländlichen USA erzählt, was das Buch eigentlich erst interessant macht. Neben Alltagsrassismus, Vorläufern von MAGA, die sich zur Entstehungszeit des Romans bereits anbahnten, amerikanischer Bigotterie, aber auch typisch amerikanischer Offenheit und Freundlichkeit wird vieles abgedeckt, auch Skurrilitäten wie, daß man die Minuteman-Silos als Wohnsilos vermarktet.

Die "Feministische Erschließung eines populären Genres", den die Herausgeberin und Übersetzerin sieht, würde ich natürlich eher Agatha Christie zugestehen, wenn mir diese Attributierung irgendwie relevant vorkommen sollte. Daß eine Frau über eine weibliche Ermittlerin schreibt, ist nun wirklich nichts Neues und das als Feministisch zu betonen legt einen arg verschrobenen Feminismusbegriff nahe. 

Was mir außer der mißglückten, wenn auch erfolgreichen Vermarktung mißfällt sind die vielen sprachlichen und grammatikalischen Fehler, die auf ein fehlendes oder mangelhaftes Lektorat schließen lassen.
Ich sollte im Original englische Bücher wirklich besser im Original lesen und nicht auf Übersetzungen zurückgreifen. Auch wenn ich dem Perlentaucher/Eichendorff21 dadurch ein paar Euro versage

Thomas

Schloß und Schloßpark Bad Homburg

Und wieder einmal führte mich mein Weg in eines der benachbarten Duodezfürstentümer, nämlich nach Hessen-Homburg, welches vor allem in Rußland im 19.Jahrhundert wegen der Spielbank populär war (da fahre ich auch noch einmal hin) — der deutsche Gernegroß Willi zwo verbrachte in dem Schloß seine Sommer, wenn er nicht grade mit seiner Yacht durch die Gegend schipperte. Doch vor allem durch den Prinz von Homburg bleibt es im Gedächtnis — müssen sich doch immer noch viele Schüler und Studenten mit dem Werk Heinrich Von Kleists von 1809 herumschlagen


"Ich erkenne nur ein höchstes Gesetz an, die Rechtschaffenheit, und die Politik kennt nur ihren Vorteil."  (Heinrich v.Kleist) 

Beim Prinzen von Homburg handelt es sich keineswegs um eine literarische Gestalt, sondern es gab ihn wirklich, den Prinzen Friedrich II. von Hessen-Homburg.

Auch Friedrich Hölderlin lebte einige Jahre in Homburg, weil er seiner Susette Gontard (der Diotima in seinem Hyperion) für den Geschmack ihres Vaters zu nahe kam.  
Auch Goethe, der ja überall war, hatte in Homburg einen Schatz. Lila hieß das Hoffräulein welches Goethe nach Homburg zog.
Offenbar ein guter Ort, seine Liebe zu finden — alles klar, oder? 

Auch dieses Fürstentum okkupierten die Preußen im Deutschen Krieg 1866.

Vorher war das Fürstentum Fluchtort für Hugenotten und Waldenser. In Friedrichsdorf und einigen anderen Dörfern der Region war noch lange französisch die überwiegend gesprochene Sprache

Schloß vom Schloßpark aus gesehen
Schloß vom Schloßpark aus gesehen
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Thomas

Zarte Anklänge an den Frühling

Die ersten Vögel zwitschern und Kraniche ziehen über das Land (bekannte Rastplätze will ich versuchen zu besuchen), die ersten Krokusse blühen: langsam scheint es Frühling zu werden. Ich habe also meinen Roller ausgepackt und kaum eine Woche, nachdem ich mich mit ihm durch den Schnee kämpfen mußte habe ich zunächst einmal vorsichtig erkundet, ob die Temperaturen rollertauglich sind. 10°C sind schließlich nicht viel und von letztem Jahr habe ich mir gemerkt: große Ausflüge ab 18°, mittlere gehen ab 12° — und was geht ab 10 oder sogar etwas darunter?  Ich also zunächst nur zu einem Aussichtspunkt in der Nähe — Gesamtzeit etwa eine halbe Stunde auf dem Roller. 

Burg Kronberg und das Städtchen Kronberg
Burg Kronberg und das Städtchen Kronberg
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Thomas

Giessbachfälle analog

Man kann hinter den Fällen entlang gehen und durch sie hindurch schauen. Ein feuchtes, aber lohnendes Vergnügen. Vom See fährt auch eine Bahn zum Grand Hotel, so daß man eine Rundfahrt auf dem See mit einem Besuch der Giessbachfälle verbinden kann. Die Straße ist etwas abenteuerlicher, belohnt aber mit vielen wunderschönen Ausblicken über den See. Ich bin immer die Straße gefahren, denn die Berge, die man auf dem ersten Bild sieht, sind die, die mein heimatliches Obwalden vom Brienzer See trennen


Das Grandhotel Giessbach — ein schöner Platz zum entspannen, wenn man die Wasserfälle umrundet hat
Das Grandhotel Giessbach — ein schöner Platz zum entspannen, wenn man die Wasserfälle umrundet hat
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